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Flucht vor der Krise: Deutsche sehnen sich nach Häuschen auf dem Land
Die Euro-Schuldenkrise verstärkt die Sehnsucht vieler Deutscher nach dem eigenen Heim: Die Zahl der Bausparverträge steigt, die Bundesbürger legten in diesem Jahr mehr als 70 Milliarden Euro auf diese Weise an. Ganz oben auf der Wunschliste steht laut einer Allianz-Studie ein Haus auf dem Land. (Quelle: Spiegel Online)
Berlin/Hamburg - In der Krise wird die eigene Immobilie für viele Deutsche zur attraktiven Anlage. Selbst das früher als langweilig geltende Bausparen ist mittlerweile wieder angesagt. In den ersten neun Monaten 2011 wurden bei den Landesbausparkassen (LBS) 2,8 Prozent mehr Neuverträge geschlossen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres; bei den privaten Anbietern waren es sogar 3,8 Prozent mehr.
Das Bausparvolumen stieg sogar noch deutlicher: bei den Landesbausparkassen um 5,2 Prozent auf 26,6 Milliarden Euro, bei der privaten Konkurrenz um 13,6 Prozent auf rund 48 Milliarden Euro. Im Durchschnitt wurde also pro Neuvertrag mehr Geld angelegt als im vergangenen Jahr.
Die Zahlen bestätigen einen Trend: In Zeiten der Finanz- und Schuldenkrise wird Wohneigentum bei den Deutschen beliebter. Seit rund zwei Jahren steigen die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen. In einigen Ballungsräumen werden bereits die Angebote knapp.
Der Bausparkassen-Verband führt die höhere Nachfrage auf ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis der Anleger zurück. "Was früher mitunter als langweilig belächelt wurde, hat durch die Finanzkrise einen neuen Charme erhalten", sagte Verbandschef Andreas Zehnder.
Dafür spricht auch das Ergebnis einer aktuellen Studie im Auftrag des Versicherungskonzerns Allianz: Demnach finden 81 Prozent aller Deutschen den Besitz einer Immobilie attraktiv. Laut der Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Forsa durchgeführt hat, wünschen sich die meisten zukünftigen Immobilienbesitzer ein Haus im Grünen. Nur jeder Zehnte möchte mitten in der Großstadt wohnen. Ein Drittel zieht es in den sogenannten Speckgürtel, also das Umland einer Großstadt. Ein weiteres Drittel will sogar ganz raus aufs Land. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) sieht seine Wunschimmobilie in einer kleineren Stadt.
Abgesehen vom Standort spielt auch die Art der Immobilie eine große Rolle. So wünschen sich bundesweit drei von vier künftigen Eigenheimbesitzern ein eigenes, möglichst freistehendes Haus. Der Deutschen zweitliebste Immobilie ist die Eigentumswohnung, gefolgt von der Doppelhaushälfte und schließlich dem Reihenhaus.
stk/dapd (Quelle: Spiegel Online / Link zum Original-Artikel )
Veröffentlicht am: 02.12.2011
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